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Finanzspritze für Bachelorarbeit

Aus der Hochschule für die Hochschule:
Informatik-Student konzipiert und programmiert als Abschlussarbeit ein Mischpult für das Hochschultheater – Fördergesellschaft ermöglicht Umsetzung

Es war ein Jugendtraum von Pascal Jacob: Ein richtig gutes Lichtmischpult, das Partys im heimatlichen Jugendklub zu einem farbenrauschenden Musikerlebnis machen könnte. Doch ein solches Mischpult blieb für den Jugendtreff in Ehingen im Hegau unerschwinglich. Der Traum aber blieb bestehen. Zum Ende seines Bachelorstudiengangs „Angewandte Informatik“ an der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) hat Pascal Jacob den Traum verwirklicht: Seine Abschlussarbeit ist in einem für die Veranstaltungstechnik üblichen 19 Zoll Case untergebracht: Es ist ein hochwertiges Mischpult, das Jacob speziell für die Bedürfnisse der Eventproduktion, dem Hochschultheater der HTWG, entwickelt hat.

Unter der Frontplatte mit Fadern, Tastern und einem Touchscreen verbergen sich  sieben selbstentwickelte Platinen, die über Arduinos miteinander kommunizieren und auf die Benutzereingaben reagieren. Zur Steuerung des berührungsempfindlichen Monitors kommt zudem ein Arduino Mega 2560 zum Einsatz, der auch für das Speichern und Ausgeben aller Daten verantwortlich ist – alle technischen Bestandteile sind kompatibel zu dem in der Veranstaltungstechnik üblichen DMX512-Standard. Monatelange Konzeptions-, Programmierungs- und Lötarbeit liegt hinter Pascal Jacob. Das Ergebnis bringt nicht nur Scheinwerfer zum Strahlen, sondern auch seine beiden Betreuer: Der Leiter der Eventproduktion Felix Strasser ist begeistert: „Dieses Mischpult eröffnet uns viele tolle Möglichkeiten für zukünftige Inszenierungen.“ Und auch Prof. Dr. Irenäus Schoppa, der die Abschlussarbeit betreut hat, war bei der Präsentation der zahlreichen Fähigkeiten des Mischpults beeindruckt: „Ich muss die Notenskala nach oben neu erfinden“, sagte er schmunzelnd. Sowohl Konzeption und Entwicklung, die schriftliche Arbeit wie auch die praktische Ausführung, seien herausragend.

Die Arbeit von Pascal Jacob ist ein Beispiel für die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Hochschule und die besondere Aufgabe des Hochschultheaters: „Dass ein Informatiker mit seinem speziellen Wissen das Theater unterstützt, zeigt, dass die Eventproduktion als interdisziplinäres Angebot im Studium generale über die schauspielerische Leistung hinaus funktioniert“, betont Strasser. Er sieht in dem Mischpult eine weitere Steigerung der Attraktivität der Mitarbeit in der Eventproduktion: „Damit verfügen wir über eine zeitgemäße Veranstaltungstechnik, die auch dem Anspruch an eine gute Ausbildung unserer Lichttechniker genügt.“

In vielen Gesprächen hatte das Trio ein auf den Bedarf der Eventproduktion abgestimmtes Lastenheft erarbeitet. Bis zu  zwölf intelligente und 18 konventionelle Scheinwerfer können über das neue Lichtmischpult angesteuert werden. Um die Bedienung zu erleichtern ist es möglich, 138 komplette Licht-Bühnenbilder und 128 Lauflichter zu programmieren und speichern, es gibt Dimm- und Highlite-funktionen, sowie einen separaten Bereich zur Auswahl und Ansteuerung der Scheinwerferfunktionen . Und nicht nur die Scheinwerfer, sondern auch bis zu vier Nebel- oder Windmaschinen können über das Mischpult gesteuert werden. „Das Theater stellt andere Anforderungen an ein Mischpult als eine Disko“, sagt Pascal Jacob. Um die Bedienung zu erleichtern, hat er zusätzlich zu Fadern und Tastern einen LCD-Bildschirm eingebaut, über den die komplexen Einstellungen des Mischpults und der angeschlossenen Scheinwerfer  übersichtlich gesteuert werden können.

Ein Mischpult dieser Qualität sei ab einem Preis von 4500 Euro erhältlich, erläutert Felix Strasser – bislang unerschwinglich für die Eventproduktion. Die Kosten für hochwertige und langlebige Bauteile des Mischpults von Pascal Jacob liegen bei 850 Euro, die gemeinsam von der Fördergesellschaft der Hochschule und der Eventproduktion getragen werden.

Mischpult Trio

Bildtext:

Felix Strasser (links), Leiter der Eventproduktion der HTWG, und Prof. Dr. Irenäus Schoppa (rechts), Fakultät Informatik, sind von der Abschlussarbeit von Pascal Jacob (mitte) beeindruckt.