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Reparieren statt wegwerfen – Fördergesellschaft unterstützt HTWG-Repair-Café

Zukunftsgestaltung über Disziplingrenzen hinweg

Studierende aller Fakultäten beteiligen sich an zweitem Hochschultag für Nachhaltigkeit an der Hochschule Konstanz

Grundlagen für einen nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln ist nicht Sache alleine einer wissenschaftlichen Disziplin. Am zweiten Hochschultag für Nachhaltigkeit an der Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) zeigten Studierende aller Fakultäten, welche Beiträge ihr Fachwissen zu einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung leistet und dass nur Zusammenarbeit Lösungen auf Zukunftsfragen bieten kann. Ganzu praktisch leisteten die Studierenden am Tag selbst ihren Beitrag, indem sie im Repair-Café Gebrauchtes und Defektes von Studierenden und HTWG-Mitarbeitern mit allerlei Tüftelei wieder instand setzten. Das Repair-Café war dank der Unterstützung der Fördergesellschaft der Hochschule Konstanz e.V. ermöglicht worden.

Die Themen waren so breit gefächert wie die Teilnehmerschaft bunt: Der zweite Hochschultag für Nachhaltigkeit spannte eine weiten Bogen von angewandter Wissenschaft bis zu ganz konkreten Handlungsvorschlägen im Alltag. Zum Beispiel informierten studentische Initiativen wie das Hochschulnetzwerk sneep, (student network for ethics in economics and practice), das sich in Konstanz und überregional für die Themen Wirtschaftsethik und Nachhaltigkeit einsetzt, über ihre Arbeit. In Führungen konnten Interessierte die solare Energiekette der HTWG und das Null-Energie-Haus Ecolar kennen lernen und ein einem Stadtrundgang das „nachhaltige Konstanz“ erkunden.

Im Zentrum des Tages stand die erste studentische Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit, auf der 14 Studierende ihre Projekt- und Abschlussarbeiten vorstellten. Die Referentinnen und Referenten kamen nicht nur aus fast allen Fakultäten der HTWG, sondern auch von fast allen Kontinenten der Erde. Für „Good ideas for a good life“ – so das Motto des Tages – seien unterschiedliche Perspektiven nötig, betonte Prof. Dr. Maike Sippel, Senatsbeauftragte für Nachhaltige Entwicklung der HTWG. Präsident Prof. Dr. Carsten Manz ermunterte die Studierenden, ihre Arbeiten zu präsentieren: „Verstehen Sie sich als Vordenker Ihrer Generation! Sie bieten konkrete Lösungsansätze für akute Probleme unserer Gesellschaft.“

So breit gefächert die Themen waren, so sehr ergänzten sie sich: Zum Beispiel verschränkten sich die Arbeiten „Grüne Insel Reichenau“ mit dem Energiewendebericht des Kompetenzzentrums Energiewende Landkreis Konstanz. Tobias Lutz und Matthias Studinger aus dem Master-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik und Informationstechnik hatten in ihrer Forschungsarbeit die Bedingungen für eine autarke Energieversorgung der Insel aus Erneuerbaren Energien untersucht. Markus Szaguhn hatte im Studiengang Maschinenbau Entwicklung und Produktion für das Kompetenzzentrum Energiewende Daten für einen Energiewende-Monitor des Landkreises Konstanz zusammengestellt.

Weit über den Landkreis Konstanz hinaus gingen die Betrachtungen von Bundeskanzler-Stipendiatin Monika Shukla, die derzeit bei Prof. Dr. Annette Kleinfeld zu Corporate Social Responsibility (CSR) von Unternehmen forscht. Sie stellte vor, wie in ihrem Heimatland Indien CSR gelebt wird und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind. Über unterschiedliche Ansätze der Energieversorgung in den USA berichteten Studierende des Concordia College aus Minnesota, die den Fracking-Ausbau in North Dakota dem Streben nach Erneuerbaren Energien im Nachbarstaat Minnesota gegenüber stellten.

Ergänzt wurde der Hochschultag mit einem Repair-Café: Unter dem Motto „reparieren statt wegwerfen“ tüftelten Studierende ehrenamtlich an Laptops, Bildschirmen, Kameras, Handys und vielen anderen elektronischen Geräten von Studierenden und Mitarbeitern, um sie wieder zum Laufen zu bringen. Es wurde von der Fördergesellschaft unterstützt. Die internationale studentische Fachkonferenz für Nachhaltigkeit ist Preisträgerin 2015 des campusWELTbewerbs. Der Wettbewerb für globale Nachhaltigkeit an baden-württembergischen Hochschulen ist ein Projekt von finep und wird aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.

Defekter Bildschirm, Kassettenrekorder mit Wackelkontakt, verklemmte Kamera - das Spektrum der Geräte mit Defekt, die im Repair-Café wieder zum Laufen gebracht wurden, war breit.

Defekter Bildschirm, Kassettenrekorder mit Wackelkontakt, verklemmte Kamera – das Spektrum der Geräte mit Defekt, die im Repair-Café wieder zum Laufen gebracht wurden, war breit.