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Flying Classroom: Architektur-Summerschool in Indien

Was bleibt nach einer vierwöchigen internationalen SummerSchool, bei der Architekturstudierende und Lehrende aus Brasilien und Deutschland durch Indien reisen, vor Ort mit Studierenden und Professoren der lokalen Universitäten zusammenarbeiten, gemeinsam entwerfen und schließlich bauen?

Zunächst einmal überwältigende Eindrücke, die die Gruppe auf ihrem Weg von Chandigarh im Norden des Landes über Jaipur und Ahmedabad nach Bangalore sammelte. Auf dem Programm stand nicht nur das Kennenlernen traditioneller indischer Architektur und die Auseinandersetzung mit internationalen Ikonen der Moderne wie Le Corbusier, sondern auch das Eintauchen in den indischen Alltag mit all seinen ungewohnten Farben, Gerüchen, Klängen, seiner für Europäer so ungewohnten Dichte.

In der Überzeugung, dass Architektur mit allen Sinnen erlebt werden muss, wurde im ersten Teil der Reise anhand kurzer Übungen und Interviews immer wieder der öffentliche Raum thematisiert. Die Beobachtungen dienten dazu, eine Grundlage für das Hands-on-Projekt in Bangalore zu erarbeiten.

Die im Süden des Landes gelegene Stadt ist heute als Silicon Valley Indiens bekannt. Durch ihre rasante Entwicklung hat sie ihre städtische Identität verloren; Hochstraßen verbinden und zerteilen gleichzeitig ganze Stadtquartiere. Unter einer dieser Hochstraßen, einem eigentlichen Unort, besetzt von Unrat, parkenden Autos und nach Essbarem suchenden Kühen, sollte ein Raum entstehen, der verbindet und seinen Anwohnern die Möglichkeit eröffnet, sich zu treffen. Traditionelle Spiele, in den verschiedensten Maßstäben angeboten, sollten ein weiteres Angebot schaffen.

Das Entwerfen und Umsetzen 1:1 entwickelte sich zum Höhepunkt der SummerSchool 2017. Zusammen mit der Nichtregierungsorganisation JAAGA DNA, die künstlerische Aktivitäten im urbanen Umfeld unterstützt, um städtische „Unräume“ für ihre Bewohner wieder attraktiv zu machen, und gemeinsam mit den engagierten Bewohnern vor Ort wurden in einem sehr intensiven Prozess Konzepte erarbeitet und diskutiert.

Angesichts der knappen Zeit von elf Tagen und dem unbekannten Baumaterial Erde bedeutete die Errichtung des Nachbarschaftstreffs eine Herausforderung für alle. Auch dank der Unterstützung durch die lokale Bevölkerung, die vom spontanen Mittagessen über tatkräftige Hilfe bis hin zum großen Einweihungsfest reichte, konnte das Ziel erreicht werden.

Prof. Myriam Gautschi, die als Dekanin der Fakultät Architektur und Gestaltung die deutsche Delegation leitete, zeigte sich begeistert: „Wenn eine Idee nicht auf dem Papier bleibt, sondern fassbar wird und für jeden eine Bereicherung darstellt, dann wird Architektur auch ihrem sozialen Anspruch gerecht! Dies haben wir in Indien hautnah miterlebt und mitgestalten dürfen.“

Karin Seng